LUTZ BALDING Letzte Änderung: STARTSEITE (18.05.2014, 15:53:50)
Lutz Balding,
geb. am 3. September 1958 in Hagen, wuchs mit einem 1 Jahr älteren Bruder im elterlichen Haushalt auf. Nach dem Tod der Mutter (1966) heiratete der Vater im selben Jahr erneut, aus dieser zweiten Ehe hat Lutz einen um 9 Jahre jüngeren Halbbruder. Die Beziehung zur Stiefmutter war von Beginn an ausgesprochen konfliktträchtig. Die Erziehung durch den Vater war sehr streng. Lutz distanzierte sich zunehmend von der Familie, lief 1967 und 1970 von zu Hause fort und beging 1971 und 1972 erste Diebstähle. 1973 beendete er die Volks- und Hauptschule mit dem Hauptschulabschluss. Die 1973 begonnene Lehre wurde durch eine Untersuchungshaft am 07.12.1973 beendet, da er mit 15 Jahren am 10.08.1973 wegen gemeinschaftlichen Diebstahls zu 2 Jahren Freizeitarrest verurteilt wurde.

Am 13.08.1974 wurde er vom Amtsgericht Hagen wegen gemeinschaftlichen schweren Raubs in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung zu 3 Jahren, 9 Monaten und 2 Wochen verurteilt.

Während eines Ausgangs aus der Jugendstrafe kam er nicht zurück und verübte am 22.02.1976 einen Einbruchdiebstahl. Dieses wurde mit einemJ ahr Jugendstrafe bestraft.

Nach der Entlassung am 15.04.1978 brach er innerhalb kürzester Zeit mehrere Geschäftsräume und Pkws auf. Am 13.10.1978 folgte dafür eine Verurteilung zu einer Jugendstrafe von 16 Monaten.

Entlassung am 28.04.1980 nach Vollverbüßung der bis dahin verhängten Freiheitsstrafen.

Am 28.05.1980 beging er eine räuberische Erpressung in Tateinheit mit Freiheitsberaubung und gemeinschaftlichem schweren Raub. Beute: 310 DM und ein Stereoradio mit Kassettenrecorder. Verhaftung in den Morgenstunden des Folgetages. Verurteilung am 30.01.1981 zu 7 Jahren.

Hafturlaub vom 26.04. bis 05.05.1982, den er selbstständig verlängerte. Am 30.04.1982 Erpressung eines homosexuellen katholischen Priesters mit scheinbar existierenden Fotos. Der Priester wird zusätzlich von Lutz mit der Nachbildung einer Pistole bedroht. Beute 600 DM (200 DM für Lutz und 400 DM für den Mittäter).

Flucht bei einer Ausführung am 14.01.1983 zur Zwischenprüfung vor der Handelskammer Darmstadt.

Am 12.02.1983 erfolgte ein bewaffneter Überfall mit Automatik-Gaspistole (durchgebohrter Lauf) auf ein Friseurgeschäft. Der Mittäter wird noch auf der Flucht verhaftet, Lutz am nächsten Tag.

Wegen Untergewicht am 03.08.1983 erfolgte eine Strafunterbrechung wegen Vollzugsuntauglichkeit unter Fortdauer einer stationären Behandlung. Am 09.09.1983 haut Lutz aus der Klinik ab und wird am 22.09.1983 wieder festgenommen.

1984 Verurteilung zu 9 Jahren für die Taten vom 30.04.1982 und 12.02.1983. Nach Aufhebung des Urteils durch den BGH erfolgte am 08.01.1987 ein neues Urteil vom Landgericht Frankfurt zu 5 Jahren. Im Urteil wird angemerkt, dass Lutz seit der ersten Inhaftierung am 08.01.1973 (dem 15. Lebensjahr), legal 3 Monate, mit Fluchtzeiten gerade mal 6 Monate in Freiheit war. Außerdem ging das Gericht von verminderter Schuldfähigkeit aufgrund von Anorexia nervosa (Magersucht) aus, welche durch den psychiatrischen Gutachter attestiert worden war.

Nach einer weiteren Verschlechterung des Gesundheitszustandes wurde die Strafvollstreckung am 30.01.1986 erneut unterbrochen und Lutz in die Hessen-Klinik in Wetzlar verlegt. Von dort ging Lutz lieber wieder in die Freiheit und nicht in den Knast zurück.

Am 22.09.1986 überfiel Lutz mit einem Bekannten eine Sparkassen-Filiale. Lutz ging mit einem Gewehr in die Bank und der Bekannte wartete im Auto. In der Bank gab Lutz zwei Warnschüsse in den Boden ab. Bei der anschließenden Flucht schoss Lutz dreimal auf ein Polizeiauto, ohne dieses zu treffen. Ein Stau beendete die Flucht.

Dieser Überfall führte zur Verurteilung mit anschließender Sicherungsverwahrung durch das Landgericht Darmstadt am 08.09.1987. Diese Strafe verbüßt Lutz derzeit und wird voraussichtlich am 08.05.2010 in die Sicherungsverwahrung gehen müssen.

Er unternahm in den 90ziger Jahren einige Fluchtversuche aus der JVA Schwalmstadt (Hessen), die aber schon in der Planungsphase aufgedeckt und vereitelt wurden Dieses führte dazu, dass diverse Sicherungsmaßnahmen verhängt wurden und er in verschiedene Anstalten im gesamten Bundesgebiet verlegt wurde.

Seit dem Februar 2001 befindet Lutz sich wieder in der JVA Schwalmstadt.LUTZ BALDING